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re:publica 2017

re:publica 17 #LoveOutLoud

re:publica 2014: Wenn der Rauch sich verzogen hat...

Nun ist sie also wieder vorbei, die re:publica 2014, vorbei drei Tage im Zentrum des Welt-Mate-Limonadenkonsums, vorbei 3 Tage in denen Twitter mal ins Zentrum der sozialen Medien rückt.

Drei Tage auch, in denen viele der eher politischen Sprecher die Totalüberwachung und den Spähangriff der NSA in den verschiedensten Formen kritisierten, kategorisierten,analysierten und durchaus auch zu mehr Aktionismus aufriefen.

Drei Tage, in denen die Netzwelt schlicht mal gehört wurde, was aber insgesamt 362 Tage zu wenig im Jahr sind, um wirklich wirksam zu sein und Macht zu entwickeln...

Was mir, dem eigentlich eher Außenstehenden, dabei dann immer wieder auffällt:
+Sascha Lobo hat Recht, wenn er immer wieder den Knüppel aus dem Sack holt, in dem er sich und uns alle anderen schlicht in die von vielen so wenig gemochte "Netzgemeinde" steckt!

Es ist letzlich wirklich noch nicht mehr als eine Gemeinde, aus der sich erst einmal eine Bewegung formieren muss, die man dann auch mit gutem Gewissen eine "Netzbewegung" nennen darf.

Das Scheitern ist sicherlich durchaus ein Teil des Lernprozesses, aber gerade das Beispiel der Piraten zeigt deutlich, wohin es führt, wenn man aus einer Gemeinde keine Bewegung zu formen versteht... ins Abseits.

Dieses "Abseits" erreicht die Netzgemeinde regelmäßig schon am ersten Abend der re:publica, sobald eben jener +Sascha Lobo seine Rede hält und den größten Saal der Veranstaltung bis zum Platzen füllt.

Genau dann mokieren sich Teile der Gemeinde über "die Frisur", die hübsche Reden hält, keine Plakate malt, keine Steine gegen NSA-Einrichtungen schleudert und nicht mal ideologiefördernd für 25 Jahre auf Helgoland für seine Thesen inhaftiert wird.

Jene, die dann ranten, geraten in meinen Augen zuerst in den Verdacht, schlicht neidisch zu sein, weil hier jemand ganz ohne Hashtag und merkwürdige Kürzel in der Lage ist, der breiten Öffentlichkeit das Anliegen der Netzgemeinde plastisch zu erläutern und der Netzgemeinde selbst ihr Verhalten vorzuhalten.

Das eigentlich verrückte daran ist am Ende ja schließlich, dass alle durchaus dasselbe Ziel verfolgen, für einige die Wahl der Mittel dafür aber wesentlich erscheint.

Da ist es also durchaus ein erlauchteres Mittel  mit ein paar Dutzend Leuten um eine (Geheimdienst-)Baustelle zu latschen und drei Sekunden Aufmerksamkeit in den Medien zu erzielen, als immerhin schon mal mehreren Tausend Leuten alleine in der Halle für mehr als eine Stunde Aufmerksamkeit abzuringen.

Der Weg zum Erfolg der Netzpolitik wird letztendlich hier in Berlin ausgefochten und Bedarf eben auch einiger professioneller Arbeit, die wir allesamt irgendwie vernachlässigen.
Das ist der eigentlich wunde Punkt!

Die Welt da draußen außerhalb von Twitter und allen anderen elektronischen Medien ist nur von unserem Anliegen zu überzeugen, wenn wir in IHRER Welt auftauchen und es ihnen erklären!

Das ist die Welt der Zeitungen, der Tagesschau, der Bild und der Politiker!

Und genausowenig wie Rentner Kritik an der "Rente mit 63" von einem blutjungen CDU-Schnösel ertragen können, nehmen sie Sachen zur Kenntnis, die irgendjemand über Sachen äußert, die sie nicht benutzen...

Genau ihnen muss aber erklärt werden, dass ihre Daten genauso ausgespäht werden, ihre Banküberweisungen genauso Teil von Datenaustauschereien sind und ihre Telefonate ebenso von Vorratsdatenspeicherung betroffen sind, wie die all jener, die dazu auch noch das Internet und seine Medien nutzen.

Genau diese Wähler sind es auch, so sprechen meine Erfahrungen als Wahlhelfer, die bis mittags um 12 bereits zu 98% alle im Wahllokal waren um ihre Stimme abzugeben, während der erste "Erstwähler" gar erst um 13 Uhr im Wahllokal auftaucht und die letzten Stimmen des jungen Wahlvolkes ungehört verhallen, weil sie um 18.05 Uhr vor dem Wahllokal auftauchen...

Genau sie sind es, die den sog. "etablierten Parteien" die Stimmen bringen, während die eher jungen Wähler erst gar nicht hingehen...

Wie wollt ihr diese Leute erreichen, die nicht bei Twitter mitlesen, geschweige denn wirklich wissen, was Twitter ist OHNE solche Reden wie jener von Sascha Lobo?

Wie wollt ihr jenem "Vogel des Jahres" auch nur eine Million an Spenden abluchsen, wenn ihr jene NICHT erreicht, die ihn finanzieren, weil euch ein Shitstorm auf Twitter als besseres Mittel erscheint als eine populäre Rede?

Jeder treibt die Sache, die er vertritt voran, in dem er das tut, was er am besten kann...
Am Ende wird es die Summe der Aktionen sein, die den Erfolg bringt.

Und es wird bis dahin auch ein Haufen Leute geben, die wie ich, z.B. einfach "Helping Hand" auf der re:publica sind, damit diese Veranstaltung weiter Leben kann und weil ich das eben am besten kann.
Schilder malen und auf Straßen rumlatschen ist eben (noch?) nicht mein Ding.

Und wer auch immer es noch nicht getan hat, der hole sich seine Standpauke aus der "Rede zur Lage der Nation" bitte genau jetzt und hier ab:

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