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re:publica 2017

re:publica 17 #LoveOutLoud

ÖPNV: Diesmal muss die GDL streiken!

Ja natürlich bin auch ich genervt von Streiks im ÖPNV!
Das macht das Leben als überzeugter Nichtnutzer von Automobilen nun mal nicht gerade leichter...

Trotzdem:
Diesmal muss die GDL einfach streiken, weil sie von der Deutschen Bahn schlicht auf die lange Bank geschoben wird.
Die hofft nämlich mit dem Spiel auf Zeit durch das Tarifeinheitsgesetz nochmal bessere Karten in die Hand zu bekommen um ihre Mitarbeiter langfristig doch schlechter bezahlen zu dürfen und nicht mehr mit der GDL verhandeln zu müssen.

Man kann sich als Konzern nicht einerseits immer hinstellen und sagen "ja wir sind uns einig!" und dann nie den Tarifvertrag unterschreiben, was die derzeitige Taktik des Unternehmens darstellt.

Die GDL hingegen muss nun in ihrem eigenen Interesse, wie auch im Interesse JEDER Gewerkschaft das Unternehmen zur Unterschrift bringen, damit auch in Zukunft Gewerkschaften noch einen Sinn ergeben.

Gerwerkschaften, dass klingt ja wahrscheinlich für euch aus der "Generation Praktikum" wie ein Relikt vergangener Tage, aber eure Vorfahren haben buchstäblich auch Blut und Leben für den Kampf um Arbeitsbedingungen und Arbeitsgesetze gegeben, die ihr jetzt gerne der eigenen Bequemlichkeit opfern wollt.

In anderen Ländern brennen Straßenbarrikaden aus noch viel trivialeren Gründen, ihr zeichnet lieber wirkungslose Online-Petitionen!

In der derzetigen Situation, in der es um Grundrechte, Bespitzelung, gerechte Bezahlung für alle und schlicht den Weltfrieden geht, wird man vom Platz aus dem Schneckenhaus mit einem Mausklick nicht mehr viel bewegen, sondern bald nur noch ein Opfer seiner eigenen unerfüllten Wünsche sein.

Generalstreiks, auch bei politischen Themen, bei denen das öffentliche Leben gegen die Interessen der lobbygesteuerten Regierungen und der Industrie schlicht tagelang stillsteht und ihnen herbe, physische Verluste beifügt, sind in anderen Ländern durchaus ein Mittel der Wahl.

Doch dafür braucht es starke Gewerkschaften, die sich trauen ihre Ziele durchzusetzen.
Das würde mit dem Tarifeinheitsgesetz, welches ja offensichtlich in eurem bequemen Sinne ist, nur noch deutlich schwerer!

Und deshalb fahre ich morgen und übermorgen einfach mit dem Rad oder bemühe mich anders zum Ziel und werde eben NICHT murren und schimpfen, wenn die GDL die Bahn zur Unterschrift bringen möchte.

Ja, ich höre schon eure Kommentare: "... wenn man auf dem Land wohnt und nicht zur Arbeit kommt..."!

Der Streik ist seit gestern Abend angekündigt und beginnt morgen früh:
Das ist Zeit genug aufzustehen, in das Leben hinaus zu marschieren und sich selbst um seine ureigensten Angelegenheiten zu kümmern wie etwa: "Wie komme ich zur Arbeit?"
(Und ich sehe schon morgen im Fernsehen wieder die Bilder von Leuten die ja nicht wussten, dass wenn die Bahn streikt, kein Zug fährt und nun nicht wissen wie sie weiterkommen sollen...)

Bewegt euren Arsch! Sprecht mit Nachbarn/Verwandten! Bildet Fahrgemeinschaften auch wenn da Menschen dran beteiligt sind mit denen man reden muss! Fahrt Rad!

Das nicht jede Lösung besonders bequem ist, weiß ich auch. Man nennt das Leben.
Ich kenne das, denn ich bin "Es-gab-eine-Welt-ohne-Internet-und-Handys-und-Netflix"-Jahre alt.
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